Mehr als 1.000 langzeiterkrankte Lehrer – bisher nur 17 (1,5 Promille) in Projekt zur beruflichen Neuorientierung
BRAUNER: „Der Senat betreibt Augenwischerei bei Wiedereingliederungsprojekt, das dauerkrank gemeldete Lehrkräfte auf freie Planstellen im Landesdienst vermitteln soll.“
Aus der Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Matthias Brauner (CDU) geht hervor, dass das im April 2009 gestartete Projekt „Ressourcen langzeiterkrankter Lehrer und Lehrerinnen nutzen“ bis jetzt nicht viel Wirkung gezeigt hat, da bis Ende 2009 nur eine sehr geringe Zahl von dienstunfähigen Lehrkräften sich bereit erklärt hat, an dem Projekt des Zentralen Stellenpools teilzunehmen
„Dem Grundgedanken des Projekts „Rehabilitation vor Versorgung“ wird bisher keinster Weise Rechnung getragen“, erklärt der CDU-Abgeordnete Matthias Brauner.
„Sicherlich befinden sich nicht alle langzeiterkrankten Lehrer altersmäßig kurz vor Eintritt in den Ruhestand bzw. sind sie gesundheitlich so geschädigt, dass ihnen eine Berufstätigkeit an anderer Stelle nicht zuzumuten wäre. Dies wäre zum Beispiel ein Erprobungseinsatz in anderen Bereichen der Berliner Verwaltung.
Daher steht für mich die Zahl von noch nicht 20 Projektteilnehmern in einem eklatanten Missverhältnis zur Gesamtzahl der dauererkrankten Lehrkräfte von über 1.100 (Stand per November 2009).
Ich fordere daher den Senat auf, nach der in Kürze anstehenden Evaluation des Projektes schnellstmöglich ein stimmiges und effektives Konzept zu entwickeln, damit dieser Missstand beendet wird und den Arbeitswilligen unter den dauererkrankten Lehrkräften die Möglichkeit eröffnet wird, einer sinnvollen, befriedigenden Beschäftigung nachgehen zu können.“ |